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Exerzitien und Wallfahrten: Heiligenberg in Süchteln und Beth-Jerusalem

Kurator: René Franken

Ausstellung vom:
06.09.2015 - 28.02.2016

Ausstellungsort:
Viersener Salon
Villa Marx
Gerberstraße 20
41748 Viersen

Exerzitien

„Kommt in die Einsamkeit der Exerzitien und denkt über den Sinn eures Lebens und über die Ewigkeit nach“. So eröffnete im Oktober 1958 der Aachener Bischof Dr. Johannes Pohlschneider das (neue) Exerzitienhaus Sankt Remigius in der Villa Marx in Viersen, in der der Verein für Heimatpflege e. V. Viersen den „Viersener Salon„ betreiben wird. Die Geschichte des Hauses ist also eng verbunden mit der in Viersen 1905 begründeten Tradition des Bistums, Exerzitien abzuhalten. An Hand dieses Beispiels soll auch die Geschichte des Exerzitienwesens dargestellt werden.

Wallfahrten

Wallfahrten haben eine große Tradition am Niederrhein. Hier sollen weniger die Bruderschaften oder die Mitglieder von Viersener Pfarren im Mittelpunkt stehen, die auch heute noch Wallfahrtstätten beispielsweise in Kevelaer oder Trier besuchen. Vielmehr sollen Wallfahrtstätten im Kreis Viersen vorgestellt werden, wie beispielsweise der aus Visitationsberichten des 15. Jahrhunderts bereits belegte Heiligenkult in Süchteln zu der Irmgardis, die auf den Süchtelner Höhen gelebt haben soll und für die dort eine Kapelle auf dem Irmgardisberg (Heiligenberg) errichtet wurde, was weiterlebt in der Irmgardis-Oktav am Sonntag nach dem 4. September.

Ebenso soll als Wallfahrtstätte die Kapelle Klein Jerusalem in dem benachbarten Willicher Stadtteil Neersen vorgestellt werden. Im Jahre 1660 erbaute der Geistliche Gerhard Vynhoven (* 1596; † 1674) diese Kapelle. In ihr sollten die heiligen Stätten an den Niederrhein geholt werden, um den vom Dreißigjährigen Krieg erschütterten Menschen „die ersten und die letzten Tage des Herren anschaulich vor die Seele zu stellen“. Es entstanden präzise Nachbildungen der Geburtsgrotte in Betlehem und des Heiligen Grabes in Jersalem. Er nannte sein Bauwerk zunächst Beth-Jerusalem. Im Volksmund aber bürgerte sich sehr schnell die Bezeichnung Klein-Jerusalem ein.

Vynhoven wurde auf dem Vennhof, unweit der heutigen Kapelle, geboren. Er war während des Dreißigjährigen Krieges Militärseelsorger im Reiterkorps des Reitergenerals Johann von Werth gewesen und war seit 1652 Hauspriester des Neersener Freiherrn Adrian Wilhelm von Viermund, der ihn bei den Bauarbeiten großzügig unterstützte.

In Zusammenarbeit mit Udo Holzenthal von der Stadt Willich soll ein Exkursionsprogramm zur Kapelle angeboten werden.

 

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Öffnungszeiten

Donnerstag - Samstag
15.00 - 18.00 Uhr

Sonntag und Feiertage
11.00 - 18.00 Uhr

Eintritt frei

Montag - Mittwoch ist reserviert für den Besuch von Schulklassen und privaten Gruppen nach Vereinbarung.

Anmeldung bei Ursula Klemm
Telefon: 02162 - 17106
Email: ursula.klemm@gmx.de